Altstadt · Los Reales Pósitos
Los Reales Pósitos
Die Getreidebank des Dorfes und ihre roten Ziegelbögen
In das Gefüge der Altstadt eingelassen, an der Calle Real, liegen Los Reales Pósitos, ein öffentlicher Kornspeicher, den die Grafen von Frigiliana 1767 errichten ließen. Ein Pósito war eine Getreidebank: Er hielt eine Reserve, um die Versorgung der Dorfbewohner — und ihr Saatgut für die nächste Aussaat — durch Missernten zu sichern. Der Bau ist heute in Wohnhäuser integriert, doch seine gut erhaltenen roten Ziegelbögen heben sich weiterhin klar von der umgebenden Tünche ab — ein zentrales Zeugnis dafür, wie Frigiliana sich ernährte und finanzierte.
- 1767
- Von den Grafen von Frigiliana erbaut
- Pósito
- Getreidebank gegen Missernten
- 3 naves
- Einst drei Schiffe mit Rundbögen
- Privado
- Heute in Wohnhäuser integriert
Die Datierung 1767 und die Pósito-Funktion sind durch den kommunalen und lokalen Denkmalbestand bestätigt; die Institution selbst ist älter als der Bau. Der Bau ist heute privat; die Bögen sieht man von der Gasse, nicht von innen.
Was ein Pósito war
Eine öffentliche Bank aus Getreide
Bevor es ländliche Kreditbanken gab, gab es Pósitos. Ein Pósito lagerte gemeinschaftliches Getreide und lieh es aus: Saatgut für die nächste Aussaat, Brotgetreide, um Familien durch einen mageren Winter zu bringen, zurückzuzahlen nach der Ernte. Frigiliana hatte einen, bevor es diesen Bau hatte — die Einrichtung ist hier ab 1749 belegt und geht wohl auf 1640 zurück, als der Ort eigenständige Villa wurde — und der Speicher von 1767 gab ihr ein festes Haus: ein Puffer gegen die schlechten Jahre in einem Dorf, dessen Auskommen von steilem, unsicherem Land kam.
Ein öffentlicher Getreidespeicher, gebaut, damit eine Missernte keinen Hungerwinter bedeuten musste.
Die roten Bögen
Worauf ihr von der Gasse achtet
Der Hinweis ist das Ziegelwerk. Wo die übrige Altstadt gekalkt ist, bewahren die Pósitos eine Reihe roter Ziegelbögen — die erhaltene Arkadenfront eines einst größeren Speichers, mit den Kellergewölben darunter —, gut erhalten und unverkennbar gegen den Kalk. Der Bau ging inzwischen in Wohnhäuser über, das ist also eher ein Sieh-im-Vorbeigehen-hoch als ein Besuch, und ein Wappen sucht man hier vergebens (das gehört zur Fuente Vieja) — doch wer die Bögen einmal kennt, geht nicht mehr an ihnen vorbei, ohne den Kornspeicher in der Wand zu sehen.
Wirtschaftsgeschichte
Die andere Hälfte der Zuckergeschichte
El Ingenio erzählt die große Wirtschaft Frigilianas — die Herren, das Zuckerrohr, den Zucker. Die Pósitos erzählen die alltägliche: wie gewöhnliche Haushalte vor dem Hunger bewahrt wurden, wenn eine Ernte ausfiel. Zusammen gelesen, geben die beiden Bauten das vollständigere Bild — ein arbeitendes Dorf, das von schwierigem Land lebte und die Einrichtungen baute, um seine schlechten Jahre zu überstehen.
Euer Direktbuchungs-Vorteil
Was wir Freunden empfehlen, steht im Gästeguide.
Wer direkt bei uns bucht, bekommt den AMARA Gästeguide für Frigiliana dazu: die Adressen, die wir Freunden geben, und die Details, die den Tag leichter machen.
- Unsere Adressen in Frigiliana: Restaurants, Strände, Wege, ein Teil davon steht nur dort
- Der Weg von eurer Haustür, in Minuten
Entdeckt die Bögen auf eurem Gang
Die Reales Pósitos sind in die Gassen der Altstadt eingewoben, wenige Minuten von Casa AMARA. Merkt euch die roten Bögen im Vorbeigehen und nehmt den Faden dann mit zu El Ingenio, wo die größere Wirtschaft des Dorfes bis heute arbeitet.